Killercoke

1. März 2007, 11:25 — 1953 Klicks — vivat

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Killercoke

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Das Wellenlogo der Coca-Cola Company springt einem an vielen Orten entgegen. Als Sponsor der Fußball-WM, den Olympischen Spielen oder nur auf der Getränkedose. Viele lieben die süßen Erfrischungsgetränke. Doch nicht alle Menschen auf dieser Erde haben nur gute Erfahrungen mit Coca-Cola gemacht. Zum Beispiel die Mitarbeiter einer Coca-Cola Abfüllanlage in Kolumbien. Kolumbien ist ein Schauplatz von gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen. Darunter muss vor allen die Bevölkerung leiden. 97% der dort begangenen Straftaten bleiben straffrei, weil zuständige Behörden versagen oder untätig bleiben. So auch im September 1996. Da der Firmenchef einer Abfüllanlage sich sehr gut mit dem Anführer eines örtlichen Paramilitärs verstand, sollte dieser die Sitzung der Gewerkschaft (Sinaltrail) und damit unbequeme Forderungen der Arbeiter verhindern. Als die Versammlung doch trotz öffentlichen Morddrohungen stattfand, und die Gewerkschafter sogar einen Beschwerdebrief verfassten, ermordete das Paramilitär einfach den örtlichen Gewerkschaftsführer Isidro Sergundo auf dem Werksgelände. Kurz darauf brannten sie das Gewerkschaftsbüro nieder. Eine Woche später wurden dann die restlichen Mitglieder zum Austritt aus der Gewerkschaft gezwungen. Insgesamt wurden 8 bei Sinaltrail organisierte Mitarbeiter der Coca-Cola Company umgebracht und 28 weitere in Gefängnissen wegen Beschuldigung des Terrorismus oder der Verschwörung festgehalten. Zudem werden die Mitarbeiter von Sinaltrail, der Gewerkschaft der Getränkebranche, durch das Paramilitär bedroht. Sie bekommnen anonyme Anrufe, Briefe, erfahren Sachbeschädigung und erhalten Drohungen zur Entführung von Familienangehörigen, sollten sie das Land nicht verlassen. Der Staat unternimmt nichts dagegen. Für Arturo Portilla, Anwalt bei Sinaltrainal, ist es klar, “Jeder, der hier versucht, Arbeitsrechte geltend zu machen, ist für den Staat ein Terrorist”.

Die Angst der Arbeiter nutzen die Konzerne aus. Die Monatsgehälter der Coca-Cola Angestellten wurden von 380 € auf 130€ gekürzt, der Kündigungsschutz wurde aufgehoben und die Krankenversicherung gestrichen. Von ehemals ca. 10600 Festanstellungen sind nur noch 2590 übrig. Und dabei hat der Konzern diese Einsparungen gar nicht nötig. Denn das jährliche Handelsvolumen der Coca-Cola Company Kolumbien beträgt ½ Milliarden Euro.
Doch nicht nur Coca-Cola nutzt die unstetige politische Lage in Kolumbien aus. Auch Nestlé und Chiquita sowie andere globale Konzerne benutzen das Paramilitär und Ähnliche, um ihre Kosten zu verringern. Insgesamt wurden in den letzten 20 Jahren 4000-5000 Gewerkschafter umgebracht. Die Organisationsrate unter den kolumbianischen Arbeitern beträgt 3,2%, in Deutschland 25%. Zudem ist die Mitgliederzahl der Gewerkschaft Sinaltrail von 3500 auf 650 gesunken.

In Indien gibt es auch eine Anzahl von Cola Fabriken. Neben dem Lohndumping herrscht dort noch ein anderes Problem. Die dort ansässigen Waschanlagen der Cola Company zapfen das Grundwasser in Teilen Indiens ab. Ein Drittel der Brunnen sind in manchen Orten schon ausgetrocknet und in 20 Dörfern herrscht Wassermangel.

Doch seit diese Aktivitäten publik gemacht worden sind, regt sich Protest. Vor allem Schulen und Universitäten entscheiden, die Produkte von Coca-Cola nicht mehr zu verkaufen, bis eine ausreichende Sicherheit aller Gewerkschafter von Coca-Cola sichergestellt ist. Auch privat kaufen viele Menschen keine Coca-Cola Produkte mehr, um ihren Unmut mit dem Konzern auszudrücken. Auch ihr könnt durch einen Boykott zeigen, dass ihr gegen die Verletzung von Menschenrechte seid.
Ein Boykott wird zwar die bestehenden Verhältnisse nicht verändern, er könnte aber den dort arbeitenden Gewerkschaftlern helfen. Würde man alle Konzerne die ungerecht arbeiten lassen boykottieren, könnte man hier so ohne weiteres gar nicht mehr Leben. Andere Konzerne wie Mc Donalds beispielsweise beuten auch Arbeiter aus, sind erheblich für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich und vertreiben die dort ansässigen Tiere, Pflanzen und Menschen.

Für die Schülerzeitung “VIVAT- Es lebe” der Voltaire- Gesamtschule Leonie Ellerbroch und Martin Schulze
Grafik Robert Krug

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